Soil oder Kies für Garnelen?

Die kurze Antwort

Die Entscheidung hängt nicht am Geschmack, sondern an der Garnelenart. Neocaridina: dunkler Kies oder Sand. Aktiver Soil würde die KH herunterziehen und damit gegen das arbeiten, was diese Tiere brauchen. Caridina: aktiver Soil, ohne Alternative – er hält den pH im sauren Bereich, den Osmosewasser allein nicht liefert. Der einzige Haken am Soil: er ist ein Verbrauchsmaterial und muss nach ein bis zwei Jahren raus.

Was „aktiv“ beim Soil bedeutet

Aktiver Soil ist kein Bodengrund, der nur hübsch aussieht. Er greift chemisch ins Wasser ein: Er bindet Karbonathärte und hält den pH damit im sauren Bereich. Das ist genau das, was Bienengarnelen brauchen – und genau das, was Neocaridina nicht wollen.

Und weil er dabei etwas verbraucht, ist er endlich. Irgendwann ist seine Kapazität weg, die KH steigt wieder, der pH klettert. Dann ist der Soil durch. Bei uns liegt das je nach Becken bei ein bis zwei Jahren – wer Leitungswasser zumischt, ist deutlich schneller so weit.

Neutraler Kies oder Sand macht nichts davon. Er ist Dekoration und Aufwuchsfläche, sonst nichts. Genau deshalb ist er bei Neocaridina die richtige Wahl: Er lässt das Leitungswasser in Ruhe.

Der Vergleich

Punkt Aktiver Soil Kies / Sand
Passt zu Caridina Neocaridina
Wirkung aufs Wasser senkt KH und pH keine
Standzeit ein bis zwei Jahre unbegrenzt
Folgekosten wiederkehrend einmalig
Pflanzenwuchs deutlich besser mäßig, Nährstoffe müssen dazu
Wasserbasis nötig Osmosewasser Leitungswasser
Aufwand beim Wechsel hoch, sofern man falsch vorgeht entfällt

Erfahrungswerte aus unserer Zuchtanlage in Essen.

Der ehrliche Teil: Kies ist keine Sparlösung

Es gibt im Netz die Haltung, Soil sei generell „besser“ und Kies etwas für Leute, die es nicht ernst meinen. Das stimmt nicht. Für ein Neocaridina-Becken ist Kies die fachlich richtige Wahl, nicht der Kompromiss.

Wer Bloody Mary oder Blue Dream in aktiven Soil setzt, zieht die KH herunter und bekommt genau die instabilen Verhältnisse, die diese Tiere nicht brauchen. Und zahlt dafür auch noch mehr. Das ist doppelt unnötig.

Umgekehrt gilt genauso: Wer Caridina auf Kies setzen will, spart am falschen Ende. Der pH bleibt zu hoch, und das merkt man spätestens an der ausbleibenden Vermehrung.

Warum der Soilwechsel der eigentliche Knackpunkt ist

Die meisten Halter entscheiden sich für Soil und denken nicht darüber nach, was in eineinhalb Jahren passiert. Dann steht das Becken voll, die Tiere sind eingespielt, und der Bodengrund ist durch.

Der Reflex ist, alles rauszureißen und neu aufzusetzen – also Tiere umsetzen, Becken leeren, von vorn einfahren. Das kostet in der Regel Tiere. Der bessere Weg ist der abschnittsweise Wechsel, bei dem immer nur ein Teil des Bodens getauscht wird. Wie das genau geht, steht in Soil wechseln im Garnelenbecken.

Genau dafür haben wir die SHRIMPYS® Soil Box entwickelt: Der Soil sitzt in einem abgegrenzten Behälter im Becken und lässt sich als Ganzes tauschen, ohne den Rest der Einrichtung anzufassen.

Aus unserer eigenen Anlage

In unseren Caridina-Becken läuft aktiver Soil, in den Neocaridina-Becken Kies. Nicht aus Prinzip, sondern weil es für die jeweiligen Tiere so richtig ist. Die Soil Box ist aus dem Problem entstanden, das wir hier bei 75 Becken selbst hatten: Soilwechsel ohne das halbe Becken abzubauen.

Bodengrund ansehen →    SHRIMPYS® Soil Box SB100 →

Häufige Fragen

Kann ich Neocaridina auf aktivem Soil halten?

Halten ja, sinnvoll nein. Der Soil senkt KH und pH und arbeitet damit gegen das, was diese Tiere brauchen. Kies oder Sand ist hier die bessere und günstigere Wahl.

Wie lange hält aktiver Soil?

Bei uns ein bis zwei Jahre, je nach Becken und Besatz. Wer Leitungswasser zumischt, verbraucht ihn deutlich schneller.

Woran merke ich, dass der Soil durch ist?

Die KH steigt wieder messbar an und der pH klettert nach oben. Das ist das Signal zum Wechsel.

Kann ich Soil und Kies mischen?

Davon raten wir ab. Man bekommt eine unklare Pufferwirkung und beim Wechsel ein Durcheinander. Wenn Soil, dann in einem abgegrenzten Bereich.

Brauche ich für Soil zwingend Osmosewasser?

Praktisch ja. Leitungswasser bringt Karbonathärte mit, die den Soil unnötig schnell aufbraucht. Details in Osmosewasser aufhärten für Caridina.

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